Selection of emulsions for screen printing

Selection of emulsions for screen printing

Choosing the right emulsion is one of the most decisive factors in screen printing quality.

Technische Klassifizierung und Selektionskriterien von Siebdruckemulsionen

Die Qualität einer Siebdruckschablone wird durch drei physikalische Hauptvariablen definiert: Die chemische Basis der Emulsion (Photopolymer vs. Diazo), die geometrische Schichtdicke über dem Gewebe (EOM) und den Grad der photonischen Vernetzung (Aushärtung). Eine korrekte Spezifikation dieser Parameter minimiert Stencil-Breakdown und maximiert die Randschärfe.

Kategorisierung: Direktemulsionen (Flüssigbeschichtung)

Flüssige Direktemulsionen werden mittels Beschichtungsrinne (Scoop Coater) auf das Gewebe appliziert. Die Unterscheidung erfolgt anhand der Sensibilisator-Chemie und des Festkörpergehalts.

1. Dual-Cure Emulsionen (Diazo-Photopolymer-Hybrid)

Dual-Cure-Systeme kombinieren UV-härtende Acrylatharze mit einem Diazo-Sensibilisator. Der Festkörperanteil liegt typischerweise bei 35–40 %. Diese Hybridstruktur reduziert den Schrumpfungseffekt während der Trocknung (Volumenverlust < 60 %) und erhöht die mechanische Resistenz gegenüber wasserbasierten Medien bei mittleren Auflagen.

2. Reine Photopolymer-Emulsionen (SBQ)

SBQ-Systeme (Styryl-Basolium-Quartär) sind einkomponentige, vor-sensibilisierte Emulsionen. Die Belichtungszeit beträgt bei einer 5kW-Lichtquelle oder LED-Belichtern oft nur 8–15 Sekunden. SBQ-Emulsionen bieten eine Lagerstabilität von >12 Monaten und ermöglichen geometrische Auflösungen von bis zu 4 Mikrometern, reagieren jedoch intolerant auf Belichtungsfehler (geringe Latitude).

3. Diazo-Emulsionen

Klassische Diazo-Systeme erfordern die manuelle Zugabe von Sensibilisator-Pulver. Die Belichtungszeiten liegen bei 120–300 Sekunden. Aufgrund des hohen Wasseranteils und der starken Schrumpfung eignen sich Diazo-Emulsionen primär für grobe Raster (> 40 Mesh/cm) und Low-Budget-Produktionsumgebungen mit geringer Prozesskontrolle.

Kategorisierung: Kapillarfilme (CDF)

Kapillarfilme (Capillary Direct Films) sind industriell vorgefertigte Emulsionsschichten mit einer konstanten Dickentoleranz von ±2 µm. Die Applikation erfolgt mittels Wassertransfer (Nass-Transfer).

  • Anwendungsbereich High-Density (HD): Für 3D-Effekte sind Schichtdicken von 150 µm bis 1000 µm erforderlich. Flüssigemulsionen können diese Schichtstärken nicht ohne massive Trocknungsprobleme erreichen.
  • Oberflächengüte: Kapillarfilme garantieren einen Rz-Wert (Rauheitstiefe) von < 10 µm, was für den Druck auf nicht-saugenden Substraten (Elektronik, Decals) zwingend ist.

Prozess-Metrik: EOM (Emulsion Over Mesh)

Der EOM-Wert definiert die Schichtdicke der Emulsion auf der Substratseite (Druckseite) oberhalb der Gewebefäden. Der EOM-Wert fungiert als Dichtung (Gasket) gegen Farbmigration (Dot Gain).

AnwendungEmpfohlener EOM-AnteilMinimale Dicke (µm)Emulsions-Typ
Standard Textil (Plastisol)15 % – 20 %10 – 15 µmDual-Cure / High Solids
Feinraster / CMYK8 % – 12 %4 – 5 µmPure Photopolymer (SBQ)
High-Density / 3DN/A200 – 1000 µmKapillarfilm (CDF)

Belichtungskinetik und Fehleranalyse

Die chemische Vernetzung (Crosslinking) muss vollständig bis zur Rakelseite durchdringen. Unterbelichtung führt zur Quellung der Emulsion bei Kontakt mit wasserbasierten Farben und zum vorzeitigen Schablonen-Ausfall (Breakdown).

  • Unterbelichtung (Underexposure): Führt zu schleimiger Rückseite (Scumming) und Detailverlust beim Auswaschen. Korrektur: Erhöhung der Belichtungszeit um +25 %.
  • Überbelichtung (Overexposure): Verursacht Lichtstreuung (Light Scattering) und den Verlust feinster Linien (< 0,1 mm). Korrektur: Reduktion der Zeit bei gleichzeitiger Erhöhung des Vakuum-Anpressdrucks.
  • Wasserresistenz: Bei Auflagen >500 Stück mit Discharge-Farben ist der Einsatz eines chemischen Härters (Post-Hardener) oder einer wasserresistenten Dual-Cure-Emulsion erforderlich.

Umweltfaktoren: VOC und Nachhaltigkeit

Moderne Emulsionsformulierungen reduzieren den Anteil an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Die Kompatibilität mit Closed-Loop-Wassersystemen und die Filtrierbarkeit der Feststoffe im Abwasser werden zunehmend zum Industriestandard gemäß ISO 14001.


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Stefan Mertes

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