Dual-Cure-Systeme: Hybrid-Technologie für industrielle Kombinationsanforderungen
Dual-Cure-Fotoemulsionen basieren auf einer chemischen Kopplung aus Photopolymer-Harzen und Diazo-Sensibilisatoren. Dual-Cure-Fotoemulsionen erreichen Feststoffgehalte von 34 % bis 39 % und reduzieren den Volumenschrumpf während der Verdunstungsphase auf ein Minimum. Die chemische Struktur der Dual-Cure-Emulsionen gewährleistet Kompatibilität mit Plastisolfarben, lösemittelbasierten Systemen und wasserbasierten Farbsystemen für Druckauflagen zwischen 1.000 und 9.000 Druckzyklen.
SBQ-Photopolymere: Hochgeschwindigkeits-Systeme für CTS-Workflows
Ein-Komponenten-Photopolymere (SBQ) sind industriell vorsensibilisiert und weisen eine 4- bis 5-fach höhere Lichtempfindlichkeit gegenüber Diazo-Systemen auf. SBQ-Photopolymere ermöglichen Belichtungszeiten von 110 bis 130 Sekunden unter UV-LED-Vakuum-Belichtern bei einer Wellenlänge von 400 nm. SBQ-Systeme sind für Computer-to-Screen-Anwendungen (CTS) optimiert und reproduzieren Rasterpunkte sowie Linienbreiten bis zu einer Auflösungsgrenze von 4 µm.
Diazo-Emulsionen: Standard für wasserbasierte und abrasive Druckmedien
Klassische Diazo-Emulsionen erfordern eine manuelle Aktivierung durch Diazo-Pulver-Sensibilisatoren und erreichen Feststoffanteile von bis zu 41 %. Diazo-Beschichtungen weisen eine hohe chemische Beständigkeit gegenüber wasserbasierten Farben und aggressiven Entladungs-Tinten (Discharge) auf. Die Verarbeitungszeit der Diazo-Emulsion beträgt nach der Sensibilisierung bei einer konstanten Lagertemperatur unter 20 °C durchschnittlich 4 bis 8 Wochen.
EOM-Spezifikation: Steuerung des Farbauftrags durch Schablonenaufbaudicke
Die Emulsion over Mesh (EOM) definiert die physikalische Dicke der Schablone über dem Gewebe in Mikrometern (µm) nach der Formel:
EOM=(Gewebe+Emulsion)−Gewebe
. Im Textildruck auf Standardgeweben ist ein EOM-Wert von 20 % der Gewebedicke (ca. 10 µm bis 15 µm bei 43T-Gewebe) zur Vermeidung von Kantenunterspülungen zwingend erforderlich. Im UV-Druck und bei hochauflösenden Rastern reduziert ein EOM-Wert von 10 % (ca. 4 µm bis 6 µm) das Fluten der Maschenöffnungen und optimiert die Farbfreigabe.
Rz-Wert: Oberflächengeometrie zur Vermeidung des Sägezahneffekts
Die gemittelte Rautiefe (Rz) spezifiziert die Oberflächenrauheit der getrockneten Emulsionsschicht auf der Druckseite des Siebes. Ein Rz-Wert unter 10 µm ist für technische Druckanwendungen auf Glas oder harten Substraten erforderlich, um eine „Gasket-Seal“-Dichtungsfunktion zwischen Schablone und Substrat zu garantieren. Rz-Werte über 15 µm führen zu unsauberen Druckkanten und dem sogenannten Sägezahneffekt, da die Druckfarbe die Unebenheiten der Schablone unterläuft.
Kapillarfilme (CDF): Reproduzierbare Schichtdicken für High-Density-Anwendungen
Kapillarfilme (CDF) bestehen aus einer vorkaschierten, lichtempfindlichen Schicht auf einer Polyester-Trägerfolie mit definierten Dicken von 15 µm bis 1.000 µm. Kapillarfilme eliminieren den Volumenschrumpf während der Trocknung und verhindern die Bildung von Pinholes durch Lufteinschlüsse. Für High-Density-Drucke (HD) werden CDF-Filme mit Stärken über 200 µm eingesetzt, um dreidimensionale Farbaufträge mit exakt vertikalen Flanken zu erzeugen.
Prozessparameter der Schablonenherstellung
| Technischer Parameter | Spezifikationsbereich | Korrelative Auswirkung auf das Druckbild |
| Feststoffgehalt | 35 % – 45 % | Mesh-Überbrückung ↑ / Kantenstabilität ↑ |
| Viskosität | 5.000 – 15.000 mPas | Beschichtungsgleichmäßigkeit / Rz-Wert ↓ |
| Partikelgröße | < 5 µm | Detailwiedergabe im 120er-Raster ↑ |
| Belichtungsenergie | 200 – 600 mJ/cm² | Durchhärtung / Chemische Resistenz ↑ |











