Was ist eine Unterbase?
Eine Unterbase (Underbase) – auch Unterdruck oder Base Coat – ist eine zusätzliche Tintenschicht, die vor den eigentlichen Farben direkt auf das Textil gedruckt wird.
Meist ist die Unterbase weiß, doch graue oder schwarze Varianten kommen als Dye-Migration-Blocker ebenfalls häufig vor.
- verhindert, dass Textilfarben den Druck beeinflussen,
- die Farbbrillanz steigert
- und den Farbauftrag von oben sichtbar und deckend hält.
Die Unterbase dient als neutrales Fundament, das:
- verhindert, dass Textilfarben den Druck beeinflussen,
- die Farbbrillanz steigert
- und den Farbauftrag von oben sichtbar und deckend hält.

Warum nutzt man eine Unterbase?
Eine Unterbase bietet klare Vorteile:
- Verhindert Farbstörungen durch das Textil
- Stoppt Dye Migration (insbesondere auf Polyester)
- Reduziert Fibrillation – störende Fasern, die durch die Farbe „pieksen“
- Maximiert Farbbrillanz und Deckkraft, besonders bei hellen Farben auf dunklen Shirts
- Schafft Effekte (3D, High Density, Puff, HD-Weiß etc.)
- Verbessert Haltbarkeit des gesamten Druckaufbaus
Kurz: Eine gute Unterbase erzeugt den „WOW“-Effekt.
Wann ist eine Unterbase notwendig?
Eine Unterbase ist sinnvoll, wenn:
- helle oder transparente Farben auf dunklen Textilien gedruckt werden
- einzelne Designelemente mehr Deckkraft brauchen
- der Kunde eine dicke, volle, kräftige Optik verlangt
- Discharge-Ink verwendet wird (als Ersatz oder Ergänzung)
- der Stoff sehr flauschig, fusselig oder offenmaschig ist
Nicht immer ist sie Pflicht — hochwertige Farben oder optimierte Drucktechnik lösen einige Probleme auch ohne Unterbase.
Typen von Unterbases
1. Solide Unterbase
- Vollflächig gedruckt
- Sehr deckend, aber fühlt sich dicker an
2. Halftone-Unterbase
- Rasterpunkte statt Fläche
- Weniger Dicke, mehr Tiefe und Tonvariation
- Ideal für Fotodrucke und Simulated Process
3. Farbige Unterbase
- Weiß ist Standard
- Grau, Blau, Tan oder Schwarz dienen speziellen Zwecken:
- Ton-Ausgleich
- Verhindern von Farbstichen
- Schutz vor Dye Migration
Faktoren für eine erfolgreiche Unterbase
Ink-Qualität
- Cremigkeit
- Deckkraft
- Flashing-Geschwindigkeit
- Kompatibilität mit Overprint-Farben
Mesh Count
Typische Spannweiten:
- 80–160 (T32–T64) für dicke, deckende Unterbases
- 180–305 (T70–T120) für feinere Rasterunterbases
Flash-Curing
- Die Unterbase muss angegellt, nicht durchgehärtet werden.
- Ist sie komplett ausgehärtet, haften die Folgefarben schlechter.
Richtige Anwendungstechnik
- Harter Flood Stroke + leichter Druckstroke
- Bei wasserbasierten Farben mit höherer Geschwindigkeit arbeiten
- Nicht zu hart drücken, sonst drückt die Farbe ins Textil ein
- Flashen, bis die Oberfläche trocken erscheint, aber noch klebrig genug bleibt
- Optional: Print → Flash → Print für maximale Deckkraft
Artwork-Hinweis: Choking
- Die Unterbase wird leicht kleiner als das Hauptmotiv angelegt
- Verhindert „weißes Blitzen“ bei minimaler Fehlregistrierung
Für einfache Logos reicht ein Offset von 1–3 Punkten.
Für Foto-Raster ist ein halbtöniges Choke-Underbase ideal.
Mögliche Nachteile
- Schwereres Druckgefühl (abhängig von Menge & Technik)
- Mehr Produktionszeit durch zusätzliches Flashen
- Risiko von:
- Überblitzen → Risse
- Zu kaltem Flash → schlechte Haftung
- Registrierungsproblemen
Unterbases erfordern Präzision — sind sie aber gut gemacht, steigern sie die Druckqualität enorm.
Fazit
Die Unterbase ist einer der wichtigsten, aber am häufigsten unterschätzten Schritte im modernen Siebdruck. Sie beeinflusst:
- Farbtreue
- Brillanz
- Haltbarkeit
- Druckgefühl
- Effekte
Vom soliden Weiß bis zu grauen Anti-Migration-Schichten oder halbtönigen Foto-Unterbases – sie alle bilden das Fundament für professionelle, hochwertige Drucke.
Wer die Unterbase beherrscht, beherrscht die Farbbrillanz.
Fragen & Antworten zur Unterbase im Siebdruck
Wann ist eine Unterbase wichtig?
Bei hellen Farben auf dunklen Textilien — ohne Unterbase schlucken dunkle Stoffe die Farben.
Kann eine Unterbase farbig sein?
Ja. Grau, Tan, Hellblau oder Schwarz helfen beim Ton-Ausgleich oder gegen Dye Migration.
Ist eine Unterbase immer notwendig?
Nein. Hoch deckende Farben, Discharge oder Vintage-Looks funktionieren oft ohne.
Unterschied zwischen solider und halbtöniger Unterbase?
- Solide: maximal deckend, aber dicker
- Halbtone: weniger Tinte, weicher, bessere Tonverläufe
Warum darf eine Unterbase nur gegelt, nicht durchgehärtet sein?
Weil durchgehärtete Unterbases keine Farbe mehr aufnehmen — Folgefarben haften schlechter.
Wie beeinflusst die Unterbase das Druckgefühl?
Sie macht das Motiv etwas dicker. Gute Meshwahl, richtige Technik und halbtönige Unterbases reduzieren dieses Gefühl.
Welche Faktoren entscheiden über die Nutzung einer Unterbase?
- Textilfarbe
- Druckfarben
- Designanforderungen
- gewünschtes Druckgefühl
- Kundenwunsch
- Produktionsgeschwindigkeit
