Arten der Farbseparation im Siebdruck

Industrielle Standards der Farbseparation im Siebdruck

Die Farbseparation im Siebdruck definiert die Zerlegung komplexer Bilddaten in druckfähige Kanäle unter Berücksichtigung der rheologischen Eigenschaften der Tinte und der Gewebegeometrie. Die Wahl des Separationsverfahrens bestimmt direkt die Farbraumabdeckung, die Rasterlaufweite und die mechanische Belastbarkeit des Druckbildes auf dem Substrat.

Technische Vergleichsmatrix der Separationsverfahren

VerfahrenRastertypGewebefeinheit (T/cm)SubstratkompatibilitätFarbraum
VolltonKein Raster (Vektor)34 – 77+ T/cmUniversalPMS / Festfarben
CMYKAM-Raster (Elliptisch)120 T/cmWeißgrad > 80 %Skalenfarben
SimulatedAM-Raster (Elliptisch)77 – 120 T/cmDunkle TextilienAdobe RGB (erweitert)
IndexFM-Raster (Stochastisch)77 – 120 T/cmUniversalIndizierte Palette

Volltonfarbseparation (Spot Color Separation)

Separation von Volltonfarben bei screenprintingnow
Separation von Volltonfarben mit final motif nice to see you

Die Volltonfarbseparation definiert Bildbereiche als homogene Farbflächen ohne Rasterung für den Druck von Vektor-basierten Logos und Grafiken. Die Verwendung von Schmuckfarben innerhalb des Pantone Matching Systems (PMS) in der Volltonfarbseparation garantiert eine Farbtreue mit einer Delta-E-Abweichung von unter 2,0. Jede separierte Volltonfarbe erfordert einen dedizierten Druckrahmen, was die Farbanzahl systemisch auf die verfügbaren Stationen der Siebdruckmaschine begrenzt.

CMYK-Prozess-Farbseparation (Four Color Process)

CMYK Process 4 farb separation mit zusatz farbe bei screenprintingnow
CMYK Process separation nah aufnahme bei screenprintingnow
CMYK Process separation nah aufnahme druck auf weissen hintergrund bei screenprintingnow

Der CMYK-Prozess nutzt die subtraktive Farbmischung der transparenten Primärfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zur Reproduktion fotorealistischer Bildmotive auf hellen Untergründen. Bilddaten für den CMYK-Prozess erfordern eine digitale Auflösung von 300 DPI im finalen Druckformat zur Erhaltung der Gradientenauflösung innerhalb der Amplituden-modulierten Rasterpunkte (AM-Raster). Zur Kompensation der mechanischen Tonwertzunahme (Dot Gain) wird eine rechnerische Korrekturkurve von nominal 20 % bei einer Rasterfrequenz von 55 LPI angewendet. Elliptische Rasterpunkte im CMYK-Prozess minimieren den optischen Sprung im 50-%-Tonwertbereich im Vergleich zu runden Rastergeometrien.

Simulierte Prozess-Farbseparation (Simulated Process)

Simulierter Prozess Farbtrennung aufnahme bei screenprintingnow
Simulierter Prozess Farbtrennung nahaufnahme zur erkennung der bild punkte bei screenprintingnow

Die simulierte Prozess-Farbseparation kombiniert deckende (opaque) Plastisoltinten zur Darstellung komplexer Farbverläufe auf dunklen Textilsubstraten. Dieses Verfahren erfordert zur Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums auf schwarzen Textilien systemisch 6 bis 12 Farbauszüge unter Verwendung eines hochdeckenden Weiß-Unterdrucks (Underbase) mit einer Gewebefeinheit von 77 T/cm bis 120 T/cm. Digitale Rastervorgaben für simulierte Prozesse sind technisch auf eine Frequenz von 45 LPI bis 65 LPI begrenzt, um die mechanische Punktverformung während des Rakelhubs innerhalb kontrollierbarer Toleranzen zu halten.

Index-Farbseparation (Stochastic/Index Separation)

Index Farbtrennung 4 farbig mit finalen bild bei screenprintingnow
Index Farbtrennung nahaufnahme zoom in bei screenprintingnow

Die Index-Farbseparation zerlegt Bildmotive in ein stochastisches Muster aus nicht-überlappenden, quadratischen Bildpunkten zur Eliminierung von Moiré-Interferenzen. Die technische Auflösung für die Index-Farbseparation liegt zwischen 200 DPI und 225 DPI zur Erzielung eines homogenen Farbauftrags bei begrenzter Palettenanzahl. Die Index-Farbseparation weist aufgrund fehlender Punktüberlagerungen eine um ca. 15 % höhere Toleranz gegenüber Rakeldruckschwankungen auf als Amplituden-modulierte Verfahren. Jede Farbe erfordert einen dedizierten Druckrahmen mit einer Gewebefeinheit von 77 T/cm bis 120 T/cm zur präzisen mechanischen Positionierung der Pixel.


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Stefan Mertes

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